Perry Rhodan® Nr. 3055 „Die VECU“ von Michael Marcus Thurner

Zusammenfassung der Handlung:

Vorblende: Icho Tolot versucht von Bord der RAS TSCHUBAI zu entkommen – offenbar ist es zu gefährlich für ihn an Bord geworden. Er liefert sich ein Katz- und Maus-Spiel mit der Semitronik ANANSI, welches er verliert. Er wird zwangsweise in Suspension versetzt.

Gegenwart: Die sechs Träger der VECU sind zurück an Bord der RAS TSCHUBAI. Der Chef der Inneren Sicherheit, Onker Dou möchte diese zunächst unter Quarantäne stellen aber plötzlich kommt ein Alarm dazwischen denn der Advokat Synn Phertosch nähert sich mit seinem überlegenen Raumschiff APPU das an dem Delta-Raumschiff PALAGUN von Jashol Zhaushun angedockt ist. Tolot, einer der Expeditionsleiter in Abwesenheit von Perry Rhodan wird in der Hauptleitzentrale gebraucht. Das Schiff kann nach kurzem Geplänkel entkommen und deshalb werden nun die Quarantäne-Maßnahmen doch noch durchgesetzt. Die VECU-Träger werden in einem umgebauten Hangar untergebracht und sollen intensiv von Medikern und Psychologen befragt und untersucht werden. Tolot stimmt dem zu nachdem ihm sein Planhirn dazu geraten hat.

Es werden verschiedene Tests gemacht bei denen die Xenotechnologin Marli Willka bestimmte Peaks im Hypersprektum bei den Wirten feststellt um die herum sich die SI manifestieren könnte. Und diese steigen dann dramatisch an – Shaupaard hat nun die komplette Mentalsubstanz der SI in sich. Er bezeichnet sich als Parolgeber der VECU und wird somit zu deren Sprachrohr. Sie will die Kontrolle über das Schiff! Und diese bekommt sie auch, denn ANANSI wird zu ihrer willenlosen Dienerin. Die Besatzungsmitglieder werden aufgefordert in ihre Kabinen zu gehen – sie werden zunächst nicht mehr gebraucht.

Onker Dou gelingt es sich abzusetzen. Er gelangt in das Nest der Bord-Posbis, daß sich in einem kathedralenförmigen Maschinendeck befindet wo eine große Menge an Streustrahlung den Geflüchteten versteckt. Der Posbi Gustav geht hinaus ins Schiff und sucht im Auftrag von Dou nach weiteren Widerständlern, die er dann ins Nest zu bringen gedenkt. Eine Betreuerin von ANANSI, die Arkonidin Lerva Onteren und der gatasische Positronikspezialist Yüs Ghysar gelangen so in das Nest. Ein Achtel des LPV wurde aus ANANSI herausgelöst und leistet fortan Widerstand auf niedrigem Niveau.

Bru Shaupaard gibt nun als Parolgeber seiner Herrin den Befehl aus, ins Prascai-System zu fliegen, dort befindet sich ein im Entstehen begriffener Abbyssaler Triumphbogen den die SI zerstört haben möchte. Shaupaard leidet körperlich sehr stark darunter, daß er nun der einzige Wirt dieses hohen Wesens ist. Psychisch ist er stark euphorisch aber er wird wahrscheinlich nicht mehr lange genug leben um die Triumphe seiner Herrin über die Chaos-Kandidatin mitzuerleben.

Die drei Aufständischen haben sich mittlerweile in eine Ausweichzentrale begeben und konferieren mit dem Vergessenen Oman, einem Teilaspekt des Bordrechners, der sich abgespalten hat und von der Semitronik vergessen wurde. Dieser lehnt den Einsatz des Aagenfelt-Blitzes gegen das eigene Schiff strikt ab weil das ANANSI direkt und tausende Besatzungsmitglieder durch Sekundärschäden töten würde. Man verständigt sich letztlich darauf, stattdessen den Haluter Tolot aus seinem Suspensionsalkoven zu befreien.

Währenddessen konferiert der Kommandant der RAS TSCHUBAI, Cascard Holonder mit der VECU. Man hat das Prascai-System inzwischen erreicht. Holonder verspricht, daß man sich für die Aktion gegen den Bauplatz des Triumphbogens kurzzeitig auf die Seite der SI stellen wird aber nicht darüber hinaus. Er selbst wird das Schiff pilotieren denn es stehen rund 60 Phersunenschiffe im System.

Der Angriff gelingt absolut erfolgreich ohne eigene Schäden, auch viele der Phersunenschiffe werden vernichtet oder manövrierunfähig geschossen. Dann zieht sich das Schiff um 1000 LJ zurück. Bevor der Pilot seine SERT-Haube abnimmt nimmt der Vergessene Oman mental mit ihm Kontakt auf. Zusammen mit ihm gelingt es innerhalb von fünf Sekunden einen Bereich an Bord vor den Sensoren des Bordgehirns zu verbergen, auch das Erwachen von Icho Tolot wird verschleiert. Dou und Tolot sind nun räumlich zusammen und schmieden Pläne, die aber modifiziert werden müssen denn die VECU bringt das Schiff ins Ju-System zum Planeten Vun wo die Vunun leben, ein altes Hilfsvolk der SI. Und dann verläßt die VECU in Gestalt von Bru Shaupaard das Schiff und fliegt mit einer ZALTERTEPE-Jet auf den Planeten der Vunun hinunter. Der Pilot der Jet heißt Nutbush (Hat der Autor beim Schreiben den gleichnamigen Song von Tina Turner gehört? Anm.d.Vf.) und die Vunun sind eine Spezies die terranischen Gottesanbeterinnen gleicht, deren zangenartigen Mordinstrumente sich wohl im Laufe der Evolution zu filigranen Greifwerkzeugen entwickelt haben. Die VECU hat ein überaus großes Interesse an diesem Volk (will sie geröstete Heuschrecken zubereiten? LOL. Anm.d.Vf.). Die Insektoiden sind eine kollektive Gesellschaft. Zwei Individuen, die gerade nichts zu tun haben nehmen Kontakt mit dem Landetrupp auf, der von Bru Shaupaard angeführt wird. Penelope Assid ist auch dabei, sie ist gottfroh, daß die SI ihr Bewußtsein verlassen hat auch wenn sie danach kurzzeitig mit einer Depression zu kämpfen hatte. Die Vunun sind das Lieblingsvolk der VECU auch wenn sie niemals in die Vecuia aufgenommen wurden. Die SI möchte geistig auftanken und die Nacht auf dem Planeten verbringen. Die beiden Vunun betrachten das als allerhöchste Ehre während das terranische Team doch eher gemischte Gefühle sein eigen nennt. Man wird sofort in den Totenwald Tar aufbrechen, eine Art Sanktuarium der Vunun. Es werden einige Millionen der Insektenhaften zu einer speziellen Zeremonie zusammenkommen, die Manifestum genannt wird und am kommenden Morgen stattfinden wird. Pen Assid befürchtet, daß sich die VECU die Mentalsubstanz aller Vunun einzuverleiben gedenkt – was einem Genozid gleichkäme.

Auf dem Weg zu der Kultstätte unterhält sich Assid mit der Vunun Sysca und wird über den Totenkult der Vunun aufgeklärt, der wahrlich für den terranischen Geschmack nur noch als bizarr zu bezeichnen ist: den Sterbenden werden die Köpfe abgebissen, welche dann zu Monumenten umgearbeitet werden. Und innerhalb dieser abgetrennten Häupter gibt es eine meßbare elektrische Aktivität, was ein Nexialist, ein Mitglied des Landeteams herausfindet. Diese Köpfe sind also gar nicht richtig tot.

Der nächste Morgen, das Manifestum beginnt indem Bru Shaupaard von einer Anhöhe herab mit allen vier Händen wild in der Luft herumgestikuliert und dann beginnen die Totenköpfe zu fliegen… (könnte auch so in einem John Sinclair-Roman passieren. Anm.d.Vf.) aber die Zeremonie geht schief, zunächst bildet sich ein fliegendes Ei, hundert Meter hoch, das aber dann zerfällt und zu Boden stürzt.

Tolot und die Aufrührer haben sich mittlerweile in den 500m-OXTORNE-Schlachtkreuzer STARTAC SCHROEDER zurückgezogen und dann taucht ein phersunisches Schlachtschiff im System auf. ANANSI ist verhaltensgestört seit die VECU das Schiff verlassen hat, sie wird nichts gegen die herannahende Gefahr unternehmen. Deshalb schleust der Schlachtkreuzer aus und fliegt dem phersunischen Angreifer entgegen.

Tolot vernichtet das anfliegende Schiff mit Stumpf und Stiel und stört dabei den Funk der Phersunen. Er hofft, daß diese keinen Notruf mehr absetzen konnten. Onker Dou ist von der kompromißlosen Gewalt des Haluters abgeschreckt aber das war wohl das einzig mögliche Vorgehen um zu verhindern, daß eine ganze Flotte der Delta-Raumschiffe auftaucht. Zum Glück hatte das zerstörte Raumschiff keine Morphmaterie an Bord.

Auf dem Planeten Vun geht die immer noch andauernde Zeremonie in einer Peripetie aus – im letzten Moment finden sich die untoten Schädel wieder zusammen und bilden ein golden strahlendes Ei, das in der Luft schwebt. Die VECU ist nun wahrhaftig wieder manifestiert und der Glückspilz Bru Shaupaard hat es überlebt.

Da sich immer noch Mentalsubstanz der SI in ihm befindet wird diese Zeremonie in weiteren der Totenwälder erneut durchgeführt werden aber Shaupaard wird auch nach Verlassen der letzten Reste der VECU ihr Sprachrohr bleiben und den Kontakt zu den Vunun halten. Der Besatzung der RAS TSCHUBAI wird es freigestellt, weiter an der Seite der SI zu bleiben oder nach Hause zurückzukehren. Man fragt sich ob die SI Bescheid weiß über die destruktiven Aktivitäten der Vecuia-Völker in der Milchstraße?

Man entscheidet sich letztlich für die Rückkehr in die Milchstraße – nachdem man ANANSI Zeit einräumen wird um sich wieder zu regenerieren – da es in Ancaisin keinen weiteren Zugang in die Zerozone gibt. Perry Rhodan und die Besatzung der TESS QUMISHA werden also ihrem eigenen Schicksal überlassen…

Meine Meinung zum Heft:

Der Autor baut gekonnt mit der Vorblende von Tolots Flucht einen Spannungskracher zu Beginn des Romans auf und auch der Rest ist durchaus spannend. Für den Zyklus-Fortschritt ist das ein Meilenstein denn die VECU ist alive and kicking wie der Brite zu sagen pflegt. Phaatom zieh dich warm an – deine Erzfeindin ist wieder auf der Bühne.

Auch der Hintergrundplot mit dem Vergessenen Oman ist großes Kino.

Schade, daß man wohl nichts mehr vom Advokaten Synn Phertosh hören wird – fast wünsche ich mir, daß die Phersunen auch in die Heimatgalaxis der Terraner vorstoßen.

Wie wird man Kontakt mit Rhodan aufnehmen können? Da kann es ja eigentlich nur darum gehen in der Milchstraße einen Zugang zur Zerozone zu finden oder vielleicht in Andromeda – in einem der folgenden Hefte geht es ja um diese Nachbargalaxie?

Das war noch vor dem Roman „Kanzlei unter dem Eis“ von WV das beste Heft des ganzen Zyklus – sense of wonder pur und auch für Freunde des Action-Romans ist das Heft ein absolutes Muß! Ich liebe das, die Serie kommt einfach nicht ohne die höheren Mächte aus und das ist auch gut so.

Gerne gebe ich dem Roman die Note 1+ :-).

Und hier noch der Link zum Interview mit dem Autor:

Acht Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3055